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"Praxisentwicklung der interkulturellen Offenen Jugendarbeit in Häusern der offenen Tür bzw. Offenen Treffs (OT)"

(Laufzeit: 1.11.2012-31.10.2015; Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und Ministerium für Integration, Familie, Kinder, Jugend und Frauen (MIFKJF))

Die Bereitstellung von Offenen Angeboten ist ein zentrales Aufgabenfeld der Kinder- und Jugendarbeit. Durch ihren niedrigschwelligen Charakter kann es ihnen besser gelingen, junge Menschen anzusprechen, die durch andere Angebote der Kinder- und Jugendarbeit nicht erreicht werden. So bietet gerade dieser Teilbereich besonders gute Chancen, Zugangswege zu jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu finden. Tatsächlich gelten Häuser der Offenen Tür bzw. Offene Treffs (OT) für junge Menschen mit Migrationshintergrund als besonders attraktiv und scheinen – soweit es hierzu Daten gibt – von diesen in deutlich höherem Umfang nachgefragt zu werden als etwa Angebote der verbandlich organisierten Jugendarbeit.

Ein wichtiges Integrationsinstrument sind OT vor allem dann, wenn sie ein Konzept interkultureller Jugendarbeit entwickelt haben und umsetzen und wenn es ihnen auf dieser Basis gelingt, die Begegnung und Kommunikation zwischen Kindern und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund zu fördern, das Wissen um und die Akzeptanz für andere kulturelle Ausdrucksformen zu erweitern und dadurch vorhandene Trennlinien entlang von wahrgenommenen nationalen Zugehörigkeiten zu überwinden. Allerdings spiegeln die genannten Merkmale und Vorteile Offener Kinder- und Jugendarbeit den theoretischen Idealzustand wider, während die Praxis noch nicht immer den Anforderungen an Offene Kinder- und Jugendarbeit entspricht. Das Projekt zielt demzufolge darauf ab, die interkulturelle Öffnung von Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit (OT) in Rheinland-Pfalz nachhaltig zu fördern. Dazu setzt das Projekt auf drei Ebenen an:

1: Bestandsaufnahme

Bislang liegen keine gesicherten Erkenntnisse über den tatsächlichen Grad der Interkulturellen Öffnung der Jugendarbeit vor. Um ein Konzept zu entwickeln, welches dazu beiträgt, die Partizipation von jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu erhöhen und deren Teilhabe an der Gesellschaft zu fördern, bedarf es demzufolge zunächst einer gezielten Bestandsanalyse des aktuellen Status quo. Zum einen, um die Ausgangssituation beschreiben zu können und zum anderen, um die Entwicklungen und Veränderungen, die durch das Projekt angestoßen werden, abbilden zu können. Aus diesem Grund sollen mittels eines Fragebogens sowie Expert_inneninterviews die aktuelle Situation in Rheinland-Pfalz abgebildet und daraus Rückschlüsse für Entwicklungsbedarfe gezogen werden.

2: Praxisentwicklung vor Ort

In drei Modell-OT soll die Praxisentwicklung in Richtung der Herstellung einer Balance von migrationsspezifischen und interkulturell ausgerichteten Angeboten unterstützt werden. Demzufolge besteht das wesentliche Ziel des Projekts darin, gemeinsam mit den OT Methoden und Konzepte zu entwickeln, wie eine interkulturell ausgerichtete Jugendarbeit nachhaltig gelingen kann. Dazu sollen an drei ausgewählten Modellstandorten die relevanten Akteure im Rahmen eines Netzwerks gemeinsam Maßnahmen zur Interkulturellen Öffnung der Offenen Jugendarbeit entwickeln und bereits bestehende Netzwerke an den drei Modellstandorten (darunter etwa der Jugendhilfeausschuss, der Beirat für Migration und Integration) für das Projekt sensibilisiert und nach Schnittstellen und Möglichkeiten des gemeinsamen Austauschs gesucht werden. Pro Standort sollen jährlich etwa vier Projektgruppentreffen stattfinden. Darüber hinaus ist eine Zukunftswerkstatt mit Jugendlichen geplant, um deren Wünsche in den Prozess der Praxisentwicklung einzubinden.

3: Transfer und Nachhaltigkeit

Damit die gewonnenen Ergebnisse einer möglichst breiten Zielgruppe zur Verfügung gestellt werden können, um interkulturell ausgerichtete Jugendarbeit nachhaltig zu stärken, soll projektbegleitend eine Website konzipiert und eingerichtet werden, auf der Methoden, Ideen sowie Literatur zur Interkulturellen Öffnung der Offenen Jugendarbeit transportiert werden. Darüber hinaus soll im Rahmen des Projekts ein Leitfaden/Werkbuch mit Ansatzpunkten, Konzeptideen und Anregungen für die Praxis publiziert werden, der die zentralen Ergebnisse bündelt und Interessierten zur Verfügung stellt.