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Interkulturelle Öffnung – Begriffsbestimmung

Der Begriff Interkulturelle Öffnung bezeichnet einen Prozess, der darauf abzielt, Organisationen und deren Arbeitsweisen, Aufgabengebiete, Angebote und Strukturen so zu verändern, dass alle Personen, die prinzipiell als Nutzer_innen, Adressat_innen oder Mitarbeitende infrage kommen, tatsächlich die Möglichkeit der Partizipation erhalten. Damit dient die Interkulturelle Öffnung, wie es Handschuck und Schröer formulieren, dem Ziel der Herstellung von „Soziale[r] Gerechtigkeit und Chancengleichheit [die als] aus dem Sozialstaatsgebot abgeleiteten Ziele sozialer Arbeit [gelten]“ (Handschuck/Schröer o.J., S. 8). Interkulturelle Öffnung beschreibt demzufolge einen Organisationsentwicklungsprozess, der alle Ebenen – von den jugendlichen Mitgliedern/Besucher_innen, über die ehren- und hauptamtlich Aktiven bis hin zu den Vorständen – einschließt und sich sowohl auf die Strukturen als auch auf die inhaltliche, fachliche und Handlungsebene bezieht. Gleichzeitig handelt es sich bei Praxen der Interkulturellen Öffnung um Prozesse, die langfristig angelegt werden müssen, um Wirkung zu entfalten.

Der Begriff „Öffnung“ zeigt, dass die Einrichtung bisher vor der Öffnung durch bestimmte – häufig subtile und nicht intendierte – exkludierende Effekte gekennzeichnet war, die es verhindert haben, dass alle (anspruchsberechtigten) Jugendlichen an den Angeboten teilhaben bzw. diese nutzen können.